Rundgang: Auf den Spuren des Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe



Weltbekannt ist der Faible des Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe für Italien und insbesondere Rom.
Vor allem die Antike mit der Monumentalität der Gebäude, der Klarheit der Formensprache sowie dem Facettenreichtum der Gedanken in Philosophie und Kunst beeindruckten ihn.

Innerhalb der Eindrücke, welche Johann Wolfgang von Goethe in seiner im Jahre 1829 erschienenen „Italienischen Reise“ einer begeisterten Leserschaft vorstellte, nehmen die Beschreibungen zum Aufenthalt in Rom eine besondere Stellung ein.

Johann Wolfgang von Goethe hielt sich während seiner beiden Reisen nach Rom im Zeitraum von 1786 bis 1788 mehrere Monate in Rom auf. Sein Fazit über diese Kulturmetropole Europas lautete: „Ich kann sagen, dass ich nur in Rom empfunden habe, was eigentlich ein Mensch sei. Zu dieser Höhe, zu diesem Glück der Empfindung bin ich später nie wieder gekommen.“

Empfinden Sie die Reiseeindrücke Johann Wolfgang von Goethes in Rom nach und wandeln Sie auf den Spuren dieses genialen Künstlers – dort, wo er bereits Station machte.

Sie werden Johann Wolfgang von Goethes Bewunderung über die Leichtigkeit des Seins, das heitere Lebensgefühl und die Gelassenheit der italienischen Bevölkerung teilen und folgende Worte sicher bestätigen können „O wie fühl ich in Rom mich so froh! Gedenk ich der Zeiten da mich ein graulicher Tag hinten im Norden umfing, Trübe der Himmel und schwer auf meine Scheitel sich senkte, farb- und gestaltlos die Welt um den Ermatteten lag.“

Beginnen Sie Ihren Rundgang mit der Besichtigung des Goethe-Denkmals. Es befindet sich in der Villa Borghese an der Viale Goethe. Bei diesem Werk handelt es sich um eine recht monumentale Skulptur von 9 Meter Höhe, welche den noch jungen Dichter zeigt. Ihm zu Füssen befinden sich die bekanntesten Figuren seiner Dichtungen, u.a. Mephisto und Faust.

Diese Skulptur ist von Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1902 der Stadt Rom geschenkt worden. Der Kaiser selbst war es auch, der das Werk beauftragte.

Das Goethe-Denkmal ist aus weissem Marmor nach einem Entwurf des renommierten deutschen Bildhauers Gustav Eberlein vom Künstler Valentino Casali gefertigt worden.

Die Bedeutung, die diesem Geschenk in Italien beigemessen wurde, belegt die Anwesenheit des italienischen Königs Viktor Emanuel III. während der Enthüllung des Denkmals im Jahre 1904.

Verzichten Sie nicht auf einen Besuch im Goethe-Museum (Casa di Goethe).

Das lebendig und mit zahlreichen Zeitzeugnissen gestaltete Haus befindet sich in der Wohnung am Corso, welche Johann Wolfgang von Goethe gemeinsam mit dem Maler Johann Heinrich Tischbein in Rom bezog.

Er sah diese Wohnung als sein Refugium in Rom. Darin reflektierte er seine Besuche beim römischen Karneval, die Aufenthalte in antiken Ruinen, seine Gespräche mit Gelehrten.

Unvergessenes Zeugnis dieser unbeschwerten Zeit im Leben Johann Wolfgang von Goethes ist Johann Heinrich Tischbeins Studie des aus dem Fenster schauenden Freundes Johann Wolfgang Goethe. Sie skizziert die freie Lebensweise, welche Johann Wolfgang von Goethe in Rom genoss.

Bummeln Sie weiter in Rom auf Goethes Spuren entlang der Piazza del Popolo.

Dies ist die alte Konsularstrasse, welche in früherer Zeit von den Pilgern aus Richtung Norden eingeschlagen wurde.

Heute wird dieser Bereich von vielen Touristen besucht. Mit Handwerksläden, Märkten, Boutiquen, Pizzerias und Cafés erleben Sie hier unverwechselbare römische Impressionen, welche sich gar nicht so sehr von den Eindrücken Goethes unterscheiden!

Die Villa Medici soll Johann Wolfgang von Goethe zu Untersuchungen über Wetterkunde inspiriert haben. Das Haus diente ihm einst als Zufluchtsort vor einem starken Gewitter. Es ist seit dem Jahre 1804 Sitz der Académie de France zur Förderung französischer Künstler und Gelehrte in Rom.

Aber auch andere bedeutende Wahrzeichen Roms sind mit dem Namen von Johann Wolfgang von Goethe verknüpft.

Häufig besuchte der Dichter die nur wenige Minuten von seiner Wohnung am Corso gelegene Spanische Treppe, die Piazza Navona, den Kapitolhügel, die ehemalige Papstresidenz Palazzo al Quirinale sowie den Palazzo di Montecitorio mit dem ägyptischen Obelisken im Zentrum.

Erholen können Sie sich – wie es bereits Goethe tat – im Caffè Greco in der Via Condotti. Es erhielt seinen Namen nach dem ursprünglichen Besitzer, einem Griechen. Seit jeher ist dieses Restaurant ein beliebter Treffpunkt deutscher Künstler und Touristen in Rom.


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